Clickern mit Katzen - ist doch nix besonderes... oder??

                   

Jeder der Katzen hat oder jemals hatte weiß das jede Katze ein Überraschungspaket und einzigartig ist. Man kann nicht pauschal sagen "Alle Katzen schmusen gern" oder "Alle Katzen sind hinterhältig" natürlich gibt es wohl die ein oder andere Katze die etwas hinterhältig ist und auch eine die ihrem Menschen nur vom Schoss springt wenn es unbedingt sein muss. Aber eins das sind wohl, fast, alle Katzen und zwar: Eigensinnig! Sie haben ihren eigenen Kopf und machen nichts wozu sie keine Lust haben. Als Mensch, besonders als Klickerwütiger Mensch, ist es wichtig das zu akzeptieren und daher von vornherein: Katzen haben nicht immer Lust zu Clickern?

Viele Hundebesitzer haben mir erzählt das ihre Hunde sofort angerast kommen wenn sie den Klicker auspacken und zu jeder Tag und Nacht Zeit mitklickern. Bei Katzen ist das auf keinen Fall so. Wenn sie schlafen dann schlafen sie, wenn sie sich gerade ausruhen und der Körperpflege hingeben dann erntet man mit seinem Klicker bestenfalls einen abschätzigen Blick. Manchmal, vielleicht aus Mitleid, begibt sich die Katze trotz Unlust zu ihrem mit Klicker bewaffneten Menschen. Doch schon nach ein paar Augenblicken sollte auch der Motivierteste Klickermensch einsehen dass seine Katze einfach keine Lust hat. Er steht dann da, den Klicker in der Hand, erhebt den Finger und sagt laut und deutlich "Sitz" die Katze gähnt, guckt nach links und rechts (ja... DU bist gemeint) und schaut einen dann aus runden Augen an als wolle sie sagen "Sitz? Mach du doch sitz... ich steh schließlich grad" im schlimmsten Fall merkt sie nach kurzer Zeit das sie sich keinesfalls, wie gedacht, dazu durchringen kann ihrem Menschen eine Freude zu machen. Dann geht sie einfach mit schwungvollem Schritt aus dem Zimmer und es ist ihr egal ob ihr Mensch ihr fassungslos, mit dem Klicker in der Hand, hinterher schaut. Eine Besonderheit am Clickern mit Katzen haben wir also schon herausgefiltert: Es kommt auf den richtigen Moment an!

Zeigt die Katze dann aber doch Motivation zum Clickern ist sie kaum zu halten und würde ihrem Menschen am liebsten auf den Arm springen (Heidi schlug mir sogar einmal den Klicker aus der Hand als ich zu lange mit ihr "Sitz" trainiert habe) dann will die Katze auch gefordert werden. Die richtige Menge an Training ist also auch wichtig! Wenn eine Übung gut sitzt dann diese nicht bis zum Erbrechen weiter trainieren. Die Katze kann nicht sagen: "Das kann ich schon" sie kann nur gelangweilt immer wieder die stupide gleiche Aufgabe erfüllen und dann verliert sie irgendwann die Lust und kommt gar nicht mehr zu ihren "Schulstunden". Wird dann was neues trainiert ist sie aber auch erstmal vor den Kopf gestoßen "Sonst habe ich das Leckerli doch immer bekommen wenn ich mich hingesetzt habe... warum muss ich auf einmal liegen um es zu bekommen?" Sie wird ein paar Mal versuchen sie rumzukriegen in dem sie sich einfach hinsetzt obwohl Sie möchten dass sie liegt. Dann müssen Sie standhaft bleiben und sich nicht von Mietzes "Dackelblick" weich kochen lassen.

Meine Hundefreundin erzählte mir außerdem das dass Übungen mit ihrem Schäferhund richtig schnell gut klappen. "Juhu", dachte ich, dann müssen meine Katzen das ja noch schneller lernen schließlich sind sie sehr intelligent. Doch ich musste wieder feststellen das, dass Klickern mit Katzen sehr anspruchsvoll ist denn Mietze möchte jede Übung in Minischritten erklärt haben. Zum Beispiel beim Pfötchen geben. Bei unserer ersten Übungseinheit saß Heidi auf dem Boden, starrte mich an und drückte ihre Vorderpfote ganz fest an sich "Fass bloß nicht meine Pfoti an" schien ihr Blick zu sagen. Ich hatte zuvor ihre Pfote genommen -> geklickt -> Leckerli. Doch sie warf es völlig aus der Bahn das ich jetzt ihre Pfote angegrabscht hatte. Also probierten wir es anders. Ich klickte jede Bewegung ihrer Pfote. Heidi hebt die Pfote an (nur ein kleines Stück) ich klicke und sie bekommt, erstaunen auf ihrer Seite, ihr Leckerli. Bei jedem mal anheben erntete meine Gute jetzt also ein Leckerchen und machte sich sichtlich eine Gaudi daraus. Bis ich nicht mehr klickte wenn sie die Pfote anhob. Wieder guckten mich erstaunte Augen an. Jetzt musste Heidi die Pfote noch höher heben um ihr Leckerli zu bekommen und schließlich auf meine Hand legen. So konnte sie selber bestimmt WANN und OB ich ihre Goldpfoten berühren durfte. ;) Wir halten also fest: Mietze will mitbestimmen und die Übungen genau und klein gehackt erklärt bekommen.

Also? Es ist Sehrwohl etwas Besonderes mit Katzen zu Clickern und der Mensch braucht neben Verständnis für die Eigenart seines Lieblings vor allem eins: GEDULD.

Bringt man diese Geduld auf merkt man, dass Mietze es liebt! Sie liebt es mit neuen Übungen gefordert zu werden und Zeit mit "Ihrem" Menschen zu verbringen. Es macht Spaß mit Katzen zu klickern und Erfolge zu erzielen. Außerdem sieht man wie die Katze aufblüht und nicht mehr "vor sich hin drömmelt".

 

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